NÜSSLI baut Interimsspielstätte des Staatstheaters Kassel
Erfahren Sie mehr über das Projekt, die besonderen Anforderungen an den modularen Theaterbau und warum NÜSSLI als Totalübernehmer den Zuschlag für die neue Interimsspielstätte erhielt.
Temporäre Interimsspielstätte für das Staatstheater Kassel – modular, nachhaltig und technisch auf höchstem Niveau. Während der mehrjährigen Sanierung des Opernhauses realisierte NÜSSLI als Totalübernehmer ein vollwertiges Theater mit modernster Bühnentechnik, flexiblen Raumkonzepten und Platz für bis zu 850 Besucherinnen und Besucher. Das INTERIM beweist, dass temporäre Theaterbauten heute dauerhafte Qualität, architektonischen Anspruch und maximale Funktionalität vereinen können.
Mit dem INTERIM des Staatstheaters Kassel entstand innerhalb von nur rund eineinhalb Jahren eines der anspruchsvollsten Projekte im modularen Kulturbau Europas. Während das Stammhaus am Friedrichsplatz umfassend saniert wird, sorgt die neue Interimsspielstätte dafür, dass Oper, Schauspiel, Tanz und Konzert ohne Unterbruch weitergeführt werden können. Als Totalübernehmer verantwortete NÜSSLI die gesamte Umsetzung – von der Planung über die Bauausführung bis zur Bühnentechnik, Akustik und technischen Gebäudeausrüstung.
Das Projekt gehört zu den komplexen Special Projects von NÜSSLI. Anders als klassische Eventbauten entstehen hier vollwertige Gebäude mit mehrjähriger Nutzung, höchsten technischen Anforderungen und anspruchsvoller Architektur. Die Expertise dafür hat NÜSSLI bereits mit dem Gasteig HP8 mit Isarphilharmonie in München eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Das INTERIM in Kassel knüpft an diese Erfahrung an und entwickelt das Konzept eines modularen Kulturbauwerks konsequent weiter.
Das INTERIM wurde von Beginn an als wandelbare Theaterlandschaft konzipiert. Der rund 25 × 50 Meter grosse Bühnenraum mit einer lichten Höhe von bis zu 18 Metern bietet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten für unterschiedlichste Inszenierungen. Fünf verschiedene Bühnen- und Zuschauerkonfigurationen ermöglichen klassische Guckkastenbühnen ebenso wie Raumbühnen oder 360-Grad-Arenen, bei denen Publikum und Schauspiel Teil derselben Inszenierung werden.
Herzstück des Hauses ist eine in den Hallenboden integrierte Schwerlast-Drehscheibe mit 18 Metern Durchmesser und einer Nutzlast von 80 Tonnen. Sie trägt sowohl komplette Bühnenbilder als auch ganze Zuschauertribünen und ermöglicht spektakuläre Raumwechsel während einer Aufführung. Ergänzt wird das Konzept durch einen variablen Orchestergraben, eine Obermaschinerie mit 28 Zügen über die gesamte Hallenlänge sowie eine viergeschossige Galerie, die gleichzeitig als Zuschauerrang, Spielfläche und Beleuchtungsebene genutzt werden kann.
Mit dieser aussergewöhnlichen Kombination aus Architektur und Bühnentechnik entstand ein Theater, das sich für jede Produktion neu konfigurieren lässt und den kreativen Möglichkeiten praktisch keine Grenzen setzt.
Erfahren Sie mehr über das Projekt, die besonderen Anforderungen an den modularen Theaterbau und warum NÜSSLI als Totalübernehmer den Zuschlag für die neue Interimsspielstätte erhielt.
Die modulare Bauweise war beim INTERIM weit mehr als eine Methode zur schnellen Realisierung. Sie bildet die Grundlage für ein nachhaltiges Gebäudekonzept. Zahlreiche Bauteile wurden vorgefertigt und parallel produziert, wodurch sich die Bauzeit erheblich verkürzte und Arbeitsabläufe optimal aufeinander abgestimmt werden konnten.
Rund um das eigentliche Theater entstanden zusätzlich mehr als 160 Container für Garderoben, Maske, Technik-, Lager- und Aufenthaltsräume. Gemeinsam bilden sie eine komplette Theaterinfrastruktur, die dem Staatstheater Kassel während der mehrjährigen Sanierung sämtliche betrieblichen Anforderungen erfüllt.
Mit der feierlichen Eröffnung im Oktober 2025 begann für das Staatstheater Kassel eine neue Theaterära. Bereits die Eröffnungsproduktion „Aida“ nutzte die aussergewöhnlichen Möglichkeiten des Hauses eindrucksvoll und zeigte, wie flexibel sich Zuschauerraum und Bühne miteinander verbinden lassen. Seitdem beweist das INTERIM im laufenden Spielbetrieb seine Leistungsfähigkeit bei Opern, Schauspielen, Tanzproduktionen und Konzerten.
Das Projekt steht exemplarisch für die Kompetenz von NÜSSLI im Bereich temporärer Theaterbau, Interimsspielstätten, modularer Hallenbau und Sonderkonstruktionen. Wo komplexe Anforderungen, ambitionierte Terminpläne und höchste Qualitätsansprüche zusammentreffen, entstehen Lösungen, die weit über eine klassische Übergangslösung hinausgehen.