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Juni 2026 News : Vom 13. Stadion zum kompletten Spielbetrieb

Aussenansicht der temporären Arena "adidas World of Football" für die FIFA Weltmeisterschaft 2006 in Berlin
Aussenansicht der temporären Arena "adidas World of Football" für die FIFA Weltmeisterschaft 2006 in Berlin

Im Sommer 2006 verfolgten Fussballfans die Weltmeisterschaft in einem Stadion, das in keinem Spielplan stand: der adidas World of Football vor dem Berliner Reichstag, von NÜSSLI entworfen und gebaut. 20 Jahre nach dem Sommermärchen realisiert das Schweizer Unternehmen komplette temporäre Fussballstadien für den Profibetrieb – zuletzt das Ibercaja Estadio für Real Zaragoza, das erste Stadion seiner Art in Spanien.

Das 13. Stadion der WM 2006

Zwölf Stadien trug die FIFA-Fussballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland und ein dreizehntes stand auf dem Platz der Republik. Die Vorgabe von adidas: eine Miniatur des Berliner Olympiastadions im Massstab 1:3, als Herzstück einer rund 40 000 m² grossen Erlebniswelt. Gemeinsam mit dem Kunden entwickelte NÜSSLI das Stadion und brachte zahlreiche Systeminnovationen ein – etwa beim Dach, das mit seinen Kurven und seiner Spannweite in dieser Grössenordnung bis dahin nie realisiert worden war.

80 Mitarbeitende verbauten rund 1200 Tonnen Stahl; über 10 000 Personen fanden Platz, dazu kamen VIP- und Hospitality-Bereiche wie in den echten WM-Arenen. Alle 64 Spiele wurden hier übertragen, an spielfreien Tagen traten unter anderem die Black Eyed Peas und James Blunt auf. Mit dem Sommermärchen etablierte sich Public Viewing in seiner heutigen Form – und die World of Football zählt bis heute zu den bekanntesten Fanmeilen überhaupt.

Vom Zuschauen zum Spielen

Das Stadion vor dem Reichstag hatte alles, was ein Stadion ausmacht – nur gespielt wurde dort nicht. Die Tore fielen im Olympiastadion, gefeiert wurde vor der Leinwand. Genau das hat sich in den vergangenen 20 Jahren verändert: Temporäre Stadien sind heute keine Kulisse mehr, sondern vollwertige Spielstätten, in denen Profifussball stattfindet. Möglich machen das modulare Systembauweise, kurze Bauzeiten und eine Ausstattung, die alle Anforderungen des Ligabetriebs erfüllt – vom Flutlicht bis zur Mannschaftskabine. Nach dem Spiel oder nach der Saison wird zurückgebaut, das Material kommt im nächsten Projekt wieder zum Einsatz.

Die World of Football war ein Stadion zum Zuschauen – heute bauen wir Stadien, in denen der Ball tatsächlich rollt. Dass ein Klub seine Heimspiele zwei Saisons lang in einem temporären Stadion austrägt, war 2006 undenkbar. Heute ist es eine bewährte Lösung

Bernd Helmstadt, Director Business Development bei NÜSSLI

Ein komplettes Stadion in gut 100 Tagen

Wie weit diese Entwicklung reicht, zeigt das Ibercaja Estadio. Während das traditionsreiche Stadion La Romareda für die WM 2030 neu gebaut wird, trägt Real Zaragoza seine Heimspiele zwei Spielzeiten lang in einem temporären Stadion mit 20 000 Sitzplätzen aus. NÜSSLI plante und baute die Anlage im Joint Venture mit dem spanischen Bauunternehmen MLN Mariano López Navarro: vier Tribünen auf einer Gesamtfläche von 120 × 80 Metern, Flutlicht, Anzeigetafeln, Mannschaftskabinen, Presse- und VIP-Bereiche, Gastronomie und Merchandising-Shop. Baubeginn war Anfang 2025, in etwas mehr als 100 Tagen reiner Bauzeit entstand eine komplette Spielstätte – im Sommer rollte der Ball.

Miniatur des Berliner Olympiastadions im Massstab 1:3, als Herzstück einer grossen adidas Erlebniswelt
Miniatur des Berliner Olympiastadions im Massstab 1:3, als Herzstück einer grossen adidas Erlebniswelt
Aussenansicht der temporären Arena "adidas World of Football" für die FIFA Weltmeisterschaft 2006 in Berlin
Aussenansicht der temporären Arena "adidas World of Football" für die FIFA Weltmeisterschaft 2006 in Berlin
Vollbesetzte NÜSSLI-Eventarena beim Adidas World of Football Fan Fest zur FIFA WM 2006 in Berlin.
Vollbesetzte NÜSSLI-Eventarena beim Adidas World of Football Fan Fest zur FIFA WM 2006 in Berlin.
Vollbesetzte temporäre NÜSSLI Arena beim adidas World of Football Fan Fest zur FIFA WM 2006 in Berlin

Was bleibt: der Moment auf den Rängen

Zwischen dem Miniatur-Olympiastadion von 2006 und dem Profistadion von 2025 liegen 20 Jahre Entwicklung im temporären Bauen – von der BRITA-Arena in Wiesbaden bis zur airberlin world für den ESC in Düsseldorf, um nur zwei zu nennen. Geblieben ist der Kern: Strukturen, die für eine begrenzte Zeit entstehen, damit Menschen einen Moment gemeinsam erleben – ob beim Public Viewing vor dem Reichstag oder beim Heimspiel in Zaragoza. Gebaut, genutzt, zurückgebaut, wiederverwendet – bereit für das nächste Sommermärchen.

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