Mythenrad, Schweizerisches Landesmuseum, Zürich // Foto: Jan Bitter

Ausgetüftelte Sonderkonstruktionen für das Landesmuseum in Zürich

Das Schweizerische Landesmuseum in Zürich beherbergt die grösste kulturgeschichtliche Sammlung der Schweiz.

Juli 2009

Die Ausstellung umfasst sämtliche Epochen von der Urgeschichte bis zum 21. Jahrhundert. Nach grundlegender Sanierung des historischen Gebäudes sind durch NÜSSLI alle Räume des Bahnhofflügels, sowie einige Räume des Ost- und Westflügels auf zwei Stockwerken mit Präsentationsflächen, Vitrinen und Teilumbauten ausgestattet worden. In den nächsten sieben bis zehn Jahren wird das 1898 erstmals eröffnete Landesmuseums die Dauerausstellungen “Geschichte Schweiz” und „Galerie Sammlungen“ zeigen. Die „Galerie Sammlungen“ befindet sich im Erdgeschoss und gibt einen Einblick in das kulturelle Erbe der Schweiz sowie einen Überblick über die Sammlungstätigkeit des Landesmuseums. Hierfür ist eine ganz besondere Raumskulptur entstanden. Sie schlängelt sich wurmartig durch den gesamten Raum und ist mit vielen Glasvitrinen versehen. Unter der perlmutt-schimmernden Haut ist die gesamte Technik der Raumskulptur verborgen sowie deren stabiler Stahlrahmen. Zur statischen Einmaligkeit gehört sicherlich die Lastenverteilung. Die Anordnung der Vitrinengläser bedingt, dass ein Grossteil des Eigengewichts der Raumskulptur direkt über das Glas - ohne Stützen oder Abhängungen - abgeleitet wird. Es ist nicht bekannt, dass vergleichbare Anwendungen existieren. Scharniere sind von aussen nicht sichtbar. Alle konstruktiven Teile wurden komplett unsichtbar in die Vitrinen verbaut. Das Zentrum der Ausstellung ist die 17 Meter hohe Ruhmeshalle im Obergeschoss des Museums. Dort wartet ein weiteres Highlight: Eine aufwändig konstruierte, schiefwinkelige Rampe mit zahlreichen Vitrinen. Hierüber erkunden die Besucher auf einem 85 Meter langen hölzernen Aufgang die Entwicklung der Schweizer Politik zum konkordanten Staat und erleben die pseudo-sakrale Architektur der Ruhmeshalle. Und das ist nicht alles: Im langsam drehenden 9 Meter hohen Mythenrad werden zusätzlich die Schweizer Mythen, Kitt der Nationen über Jahrhunderte, in Szene gesetzt. NÜSSLI realisierte die Arbeiten im Spannungsfeld von engem Terminplan, parallel statt findenden Renovierungsarbeiten und Ausstellungen sowie schwierigen Logistikverhältnissen innerhalb des Gebäudes. Dabei waren auch strenge Sicherheitsvorgaben zu beachten. Doch entstanden ist ein neues Museum, das zweifelsfrei auf besondere Weise eine ganz besondere Ausstellung zeigt. Am 1. August ist Tag der offenen Tür in den neuen Dauerausstellungen.

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